Rahel Schöni
Zeit für Empathie
Als die ausgebildete Pflegefachkraft Rahel Schöni 2021 in die Kardiologie-Abteilung der Hochgebirgsklinik (HGK) nach Davos kam, hatte sie feste Vorstellungen: Sie wollte näher am Menschen sein, etwas bewirken – ganz im Sinne der Kühne-Stiftung. Seit 2023 ist die Quereinsteigerin, die zuvor in einer IT-Firma arbeitete, Leiterin eines Teams mit 20 Kolleginnen und Kollegen.
„Die meisten unserer Reha-Patienten hatten eine Herz-Operation, etwa wegen eines Infarkts, Herzklappendefekts, Bypasses oder einer Transplantation. Je nach Schweregrad verbringen sie durchschnittlich drei Wochen bei uns“, erzählt sie. Bei der Therapie steht einerseits der muskuläre Aufbau – etwa durch Krafttraining, Laufen oder Radsport – im Vordergrund. Andererseits können die Patienten auch psychologische Beratung in Anspruch nehmen. Denn viele müssen Extremsituationen wie einen Herzinfarkt erst einmal verarbeiten. Eine Voraussetzung für die Arbeit als Pflegefachkraft sei daher Empathie. „Wenn wir merken, dass es jemandem nicht gut geht, bieten wir ihm aktiv ein Gespräch an. Oft haben die Patienten Angst oder verdrängen das Geschehene. Wir gehen individuell auf sie ein, schauen hin und handeln“, sagt die Teamleiterin, die ihr Pensum je zur Hälfte im Büro und in der Pflege erbringt. Sie erinnert sich daran, wie das Team einer Patientin Strickmaterial besorgt hat und wie glücklich diese darüber war. „Dank des angenehmen Arbeitsklimas kann ich meinen Job so ausüben, wie ich es möchte“, sagt Rahel Schöni, der das Unvorhersehbare am meisten Freude bei ihrer Arbeit bereitet.
Trotz der persönlichen Schicksale ist es wichtig, professionell zu bleiben und sich privat abzugrenzen. Dabei helfen auch Schulungen, die zweimal monatlich angeboten werden – etwa zu pflegerischen Interventionen, Wertevorstellungen oder zur Selbstreflexion. Wenn die Patienten die Reha körperlich und mental gestärkt verlassen, zeigen viele ihre Dankbarkeit für das grosse Engagement des Pflegeteams mit kleinen Gesten – etwa mit Kuchen oder, wie im Fall der Hobby-Strickerin, mit einem mehrseitigen Brief. Für Rahel Schöni ist klar: Hier bewirkt sie etwas, hier ist sie angekommen.
Bild oben: Ein eingespieltes Team an der Hochgebirgsklinik: Ramona Beckmann, Rahel Schöni, Rahel Schwegler, Nicole Parpan (hintere Reihe, v.l.n.r.), Andreas Meier, Flurina Büsser, Nikolai Schmid und Flurina Foppa.
„Die meisten unserer Reha-Patienten hatten eine Herz-Operation, etwa wegen eines Infarkts, Herzklappendefekts, Bypasses oder einer Transplantation. Je nach Schweregrad verbringen sie durchschnittlich drei Wochen bei uns.“
Rahel Schöni
Hochgebirgsklinik Davos

Als die Kühne-Stiftung die Hochgebirgsklinik Davos (HGK) 2014 übernahm, befand sich die Klinik in einer wirtschaftlich schwierigen Lage. Heute ist sie eine der führenden Schweizer Rehabilitationskliniken in den Bereichen Kardiologie, Pneumologie, Dermatologie, Allergologie und Psychosomatik für Erwachsene, Jugendliche und Kinder – und Teil des Medizincampus Davos. Dort profitiert sie von der engen Zusammenarbeit in Forschung und Ausbildung. Die interdisziplinären Behandlungen und Therapien orientieren sich an den individuellen Bedürfnissen der Patienten. 2023 und 2024 belegte die HGK im gemeinsamen Ranking von Handelszeitung, PME und Statista der besten Schweizer Fachkliniken in der Kategorie Rehabilitation den zweiten Platz.

Maruxa Cardama

Doris Straub Piccirillo & KD Dr. med. Michael Hitzler

Martina Russomanno & Tomislav Jukić
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