Maruxa Cardama
Den Güterverkehr
transformieren
Der Welthandel verbindet Menschen und Märkte und ist ein entscheidender Faktor für Wachstum und Wohlstand. Doch angesichts globaler Herausforderungen muss sich der Güterverkehr- und Logistiksektor weiterentwickeln: Es gilt, die Auswirkungen auf das Klima sowie die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern, sich Störungen in den Lieferketten, etwa durch geopolitische oder klimabedingte Krisen, anzupassen und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit kohlenstoffarmer Volkswirtschaften zu stärken.
Wo manche dabei Hindernisse sehen, erkennen andere Chancen für Transformationen. Eine von ihnen ist Maruxa Cardama, die sieben Jahre lang Generalsekretärin von SLOCAT, der globalen Partnerschaftsinitiative für nachhaltigen und kohlenstoffarmen Verkehr, war. Während ihrer Amtszeit entstand das Kühne Climate Center (KCC), das zu einem der wichtigsten Partner ihrer Organisation wurde. „Von Anfang an war es eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe – bescheiden, offen, experimentierfreudig. Das KCC hat SLOCAT auf eine Weise gestärkt, wie es einer kleinen NGO allein nicht möglich gewesen wäre“, betont Maruxa Cardama. Die Unterstützung des KCC basierte auf drei Säulen: technisches Fachwissen, etwa von Wissenschaftlern der Kühne Logistics University, Zugang zum umfangreichen Netzwerk der Kühne-Stiftung und eine zweckgebundene Finanzierung, die es SLOCAT ermöglichte, sich stärker auf den Güterverkehr zu fokussieren.
Zu den wichtigsten Ergebnissen der Partnerschaft gehört ein Fahrplan zur Transformation des Güterverkehrs – hin zu einem intermodalen, kohlenstoffarmen, effizienten und resilienten Verkehrssystem. Die wissenschaftlich fundierten Instrumente helfen heute weltweit Entscheidungsträgern und anderen Gestaltern solcher Systeme dabei, Prioritäten zu setzen, wenn Zeit und Ressourcen knapp sind. Denn die in ihnen skizzierten Massnahmen ermöglichen nicht nur schnelle Erfolge, sondern schaffen vielmehr den Rahmen für nachhaltige Transformation.
Maruxa Cardama ist überzeugt, dass die Zusammenarbeit von SLOCAT und KCC massgeblich dazu beigetragen hat, Güterverkehr und Logistik in den Fokus politischer Nachhaltigkeitsdebatten zu rücken. „Die Menschen erkennen jetzt, dass die Art und Weise, wie wir Waren transportieren, das Potenzial hat, unsere Wirtschaft und Gesellschaft zu verändern und die menschliche Entwicklung insgesamt zu beeinflussen“, sagt sie. Bisheriger Höhepunkt dieser neuen Sichtbarkeit: 2023 riefen die Vereinten Nationen die „Förderung nachhaltiger Vernetzung und Logistik“ zu einem Schwerpunkt des ersten Jahrzehnts für nachhaltigen Verkehr (2026 bis 2035) aus. Ein Meilenstein, der Maruxa Cardama zuversichtlich stimmt, was die künftige Förderung effizienter, vernetzter und nachhaltiger Güterverkehrs- und Logistiksysteme betrifft.
„Die Menschen erkennen jetzt, dass die Art und Weise, wie wir Waren transportieren, das Potenzial hat, unsere Wirtschaft und Gesellschaft zu verändern und die menschliche Entwicklung insgesamt zu beeinflussen.“
Maruxa Cardama

SLOCAT
Sustainable Low Carbon Transport (SLOCAT) vereint über 100 Organisationen, um die Transformation von Verkehrssystemen und -dienstleistungen hin zu inklusiven und resilienten Lösungen für Mensch und Umwelt voranzutreiben. Die internationale Organisation unterstützt diesen Prozess mit daten- und evidenzbasierten Materialien rund um Strategien, Initiativen und Aktionen sowie für Dialog und Austausch. SLOCAT nimmt dadurch eine Vordenkerrolle an der Schnittstelle von Verkehr, Nachhaltigkeit, Klima und sozialer Gerechtigkeit ein.

Rahel Schöni

Antonello De Marco

Martina Russomanno & Tomislav Jukić
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