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Auf dem Etzelpass im Kanton Schwyz, nur drei Kilometer von Schindellegi, dem Sitz der Kühne-Stiftung, entfernt, thront die kleine Kapelle St. Meinrad. Die Fresken an ihrer Decke und das Altarbild, das den heiligen Meinrad mit Maria und dem Jesuskind in einer Waldlichtung zeigt, erzählen vom Leben des Eremiten. Sieben Jahre lang gibt Meinrad dort Hilfesuchenden Rat und spendet Trost, bevor er sich als Einsiedler weiter in den Wald zurückzieht und im Jahr 861 von zwei Räubern erschlagen wird. An diesem Ort wird 70 Jahre später das Kloster Einsiedeln errichtet.

Seit dem 21. Januar 2011, Meinrads 1.150sten Todestag, erstrahlt die barocke Kapelle dank der finanziellen Unterstützung der Kühne-Stiftung in neuem Glanz. „Vor allem die Witterungsbedingungen und die Feuchtigkeit auf der Passhöhe machten ihr zu schaffen. Nun gibt es ein Heizsystem in den Wänden“, weiss Pater Martin Werlen, der damalige Abt des Klosters Einsiedeln. „Die Kapelle hat eine sehr grosse Bedeutung für die Klostergemeinschaft: Auf dem Etzel lebte der Ortspatron als Einsiedler, dort wurde sein Herz beigesetzt. Ausserdem ist St. Meinrad der originalen Gnadenkapelle mit der Schwarzen Madonna von Caspar Moosbrugger nachempfunden, die 1798 in der Kirche des Klosters zerstört wurde.“ 

Heute hat die Kapelle eine grosse Ausstrahlung über die Region hinaus. Nicht nur die Jakobspilger machen auf ihrem Weg nach Santiago de Compostela hier Halt. „Auch viele Hochzeiten und Taufen werden gefeiert“, berichtet der Benediktiner. Eingekehrt wird oft im angrenzenden Gasthaus, das in der Tradition des gastfreundlichen heiligen Meinrads von Einsiedeln steht und dessen Renovierung ebenso Teil des Projekts der Kühne-Stiftung war.

Eine Tafel in der Kapelle weist auf die Grundsanierung durch die Kühne-Stiftung hin. Pater Martin, der seit 2020 die Propstei St. Gerold in Österreich leitet, denkt immer noch gerne an die feierliche Eröffnung am Namenstag Meinrads zurück. In der Tradition der vorangegangenen Jahrhunderte widmete er Klaus-Michael und Christine Kühne den ersten Eintrag in der von ihm neu aufgelegten Chronik und dankte dem Stifterpaar „für die treue nachbarschaftliche Verbundenheit“. 

Am stuckverzierten Altar liegen noch immer die kleinen Steine, die Pater Martin und seine Mitschwestern aus dem Kloster Fahr während einer Wallfahrt vor über zehn Jahren dort abgelegt haben. „Dieser heilige Ort ist lebendig und ich freue mich, dass jeder etwas dazu beiträgt“, sagt er.

„Die Kapelle hat eine sehr grosse Bedeutung für die Klostergemeinschaft: Auf dem Etzel lebte der Ortspatron als Einsiedler, dort wurde sein Herz beigesetzt.“

Pater Martin Werlen

Kapelle St. Meinrad

 

Schon im 13. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt, wurde die Kapelle St. Meinrad 1698 nach den Plänen des Architekten Caspar Moosbrugger aus Vorarlberg (Österreich) neu aufgebaut. Die Fresken und Stuckarbeiten stammen von den lokalen Künstlern Francesco Antonio Giorgioli und Pietro Neuroni. Das Pilger- und Gasthaus neben der Kapelle entstand im 14. Jahrhundert, wurde aber nach einem Brand 1759 neu errichtet. Die zweijährige Renovierung von Kapelle und Gasthaus war das erste Projekt der Kühne-Stiftung zum Erhalt von Kulturgütern; die Fördersumme betrug eine Million Schweizer Franken. Darüber hinaus unterstützt die Kühne-Stiftung seit vielen Jahren Projekte des Klosters Einsiedeln – und würdigt damit auch die Region, in der sie seit 50 Jahren präsent ist.

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