Prof. Dr. Mirjam Schenk
Dem Geheimnis der
Zellen auf der Spur
Mit jedem Schub beginnt ein Teufelskreis aus Jucken und Kratzen, die Haut ist gerötet, entzündet. Atopische Dermatitis, besser bekannt als Neurodermitis, kann zu Schlafmangel, Konzentrationsschwäche, Einsamkeit, Depressionen führen. Weltweit ist jedes fünfte Kind und jeder zehnte Erwachsene betroffen.
Ihnen möchte Mirjam Schenk mit ihrer Forschung helfen – indem sie die noch immer grossen Wissenslücken rund um diese komplexe Erkrankung schliesst. Bei CK-CARE hat die Immunologin den idealen Rahmen dafür gefunden: „Nach vielen Jahren in der akademischen Grundlagenforschung im Bereich Immunologie, etwa in den USA, hat mich bei CK-CARE vor allem überzeugt, wie selbstverständlich hier Forschung und klinische Anwendung ineinandergreifen.“ Gemeinsam mit ihrem Team geht die Projektleiterin seit 2022 Tag für Tag auf Spurensuche – bis hinein in die einzelne Zelle: Was genau löst die komplexe Erkrankung Neurodermitis aus? Welche Bausteine eignen sich als Ansatzpunkt für Diagnostik und Therapie? Und ist es möglich, vorab zu erkennen, wie jemand auf eine Therapie anspricht?
Um solche Fragen zu klären, benötigen die Forschenden von CK-CARE Informationen zu möglichst vielen Patientinnen und Patienten. Diese stammen unter anderem aus der hauseigenen Biobank, in der kontinuierlich klinische Daten und Proben von rund 3.500 erkrankten und gesunden Personen gesammelt und erweitert werden. „Die Biobank ist wirklich einzigartig, auch weil von vielen Betroffenen Material aus mehreren Jahren vorliegt“, betont Mirjam Schenk. Zusätzlich stehen den Teams modernste Methoden im Labor zur Verfügung, etwa um Immunzellen zu isolieren, Biomarker aufzuspüren oder die Zellen erkrankter und gesunder Menschen zu vergleichen. „Wir konzentrieren uns aktuell auf einige vielversprechende Marker als Zielpunkte für Behandlungsstrategien“, erklärt Mirjam Schenk. „Sie könnten helfen, die klinische Diagnostik, Therapie und Prävention besser auf jeden einzelnen Patienten zuzuschneiden und Nebenwirkungen zu vermeiden.“
Sehr am Herzen liegt der Gruppenleiterin zudem die Auswahl und Betreuung von Studierenden und Doktoranden. „Diesen jungen Menschen zu zeigen, wie man wissenschaftlich denkt und arbeitet und dass dazu auch Teamspirit und Begeisterung gehören, ist ein sehr schöner und wichtiger Aspekt meiner Arbeit. Schliesslich liegt die Zukunft der Forschung und damit auch das Wohlergehen unzähliger Patienten in den Händen des Nachwuchses.“
„Nach vielen Jahren in der akademischen Grundlagenforschung im Bereich Immunologie, etwa in den USA, hat mich bei CK-CARE vor allem überzeugt, wie selbstverständlich hier Forschung und klinische Anwendung ineinandergreifen.“
Prof. Dr. Mirjam Schenk
Zentrum für Allergie-Forschung

2009 rief die Kühne-Stiftung das gemeinnützige „Christine Kühne – Center for Allergy Research and Education“ (CK-CARE) ins Leben. Das Zentrum mit Sitz auf dem Medizincampus Davos und Standorten in Augsburg, Freiburg im Breisgau, St. Gallen und Zürich widmet sich der Erforschung, Therapie, Prävention und Edukation von Allergien mit dem Schwerpunkt „Neurodermitis“, einem bislang eher unerforschten Feld. CK-CARE ist derzeit europaweit die grösste private Initiative auf diesem Gebiet. Die Zusammenarbeit mit internen und externen Experten ist charakterisiert durch medizinische Translation, also das Übertragen von Forschungsergebnissen unmittelbar in die klinische Anwendung.

Prof. Dr. Arne Heinold

Pater Martin Werlen

Martina Russomanno & Tomislav Jukić
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