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„Malkia Mkuu wa gari za umeme“ – Kiswahili für „Engel der Elektromobilität“ – so wird Olivia Lamenya von vielen genannt. Sie lacht über diesen Titel, doch ihre Arbeit in Ostafrika spricht Bände. Die 45-Jährige ist seit zwei Jahren als Projektmanagerin im Kühne Climate Center in Nairobi, Kenia, tätig. In dieser Zeit hat sie in mehreren Pilotprojekten bewiesen, dass E-Mobilität funktioniert – von E-Bikes und kleinen Lieferwagen bis hin zu schweren Lastkraftwagen. Dabei konzentriert sich Olivia Lamenya ganz auf die praktischen Aspekte: Welche Fahrzeuge eignen sich? Wie werden sie beladen und bedient? Wie realistisch ist die angegebene Reichweite? Und mit Blick auf eine Zukunft, in der E-Fahrzeuge allgegenwärtig sind, hat sie bereits verschiedene Weiterbildungsmassnahmen für Kfz-Mechaniker gestartet.

Insgesamt versteht sich die Projektmanagerin der Kühne-Stiftung als Bindeglied zwischen den Akteuren. So brachte sie etwa im Projekt „Road to Addis“ Energieversorger, Fahrzeughersteller und politische Entscheidungsträger zusammen, um ihnen die Möglichkeiten der E-Mobilität vor Augen zu führen. „Wir können den ganzen Tag theoretisieren“, sagt sie, „aber erst, wenn die Menschen E-Mobilität erleben, wird alles einfacher.“ 

Für ihre Arbeit nutzt Olivia Lamenya ihr fundiertes Logistikwissen, das sie über die Jahre hinweg aufgebaut hat. Schon mit sechzehn belud sie beispielsweise Lkw, später fuhr sie Gabelstapler und arbeitete in der Beschaffung und Lagerhaltung. Dabei hat sie gelernt, sich in andere hineinzuversetzen, die Welt aus deren Perspektive zu sehen und so die Bedürfnisse der Menschen zu erkennen. Als Absolventin eines betriebswirtschaftlichen Studiums legt sie aber auch grossen Wert auf Wirtschaftlichkeit, nach dem Motto: Investitionen ja, aber nur, wenn sie langfristig einen klaren Nutzen bieten. Bei alldem hat sie ein Ziel vor Augen: die Auswirkungen von Transport und Logistik auf Natur und Umwelt zu reduzieren. Ihr nächstes Projekt in diesem Zusammenhang steht auch schon fest: Olivia Lamenya möchte zeigen, was E-Fahrzeuge im anspruchsvollen Umfeld des Hafens von Mombasa leisten können. Einmal mehr wird sie dadurch ihrem Ruf als „Engel der Elektromobilität“ gerecht.

„Wir können den ganzen Tag theoretisieren, aber erst, wenn die Menschen E-Mobilität erleben, wird alles einfacher.“ 

Olivia Lamenya

Road to Addis

 

Im Jahr 2025 bewies das Projekt „Road to Addis“, dass E-Mobilität in Ostafrika auch auf der Langstrecke realisierbar ist: Ein grosser Elektro-Lkw legte die 3.200 Kilometer lange Distanz zwischen Nairobi (Kenia) und Addis Abeba (Äthiopien) zurück. Unterstützt wurde das Projekt von Partnerunternehmen in beiden Ländern, insbesondere von nationalen Stromversorgern. Entlang der Route informierte das Team die lokale Bevölkerung über die sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Aspekte der E-Mobilität. Das von Intro Africa in Zusammenarbeit mit Partnern wie dem Kühne Climate Center organisierte Projekt demonstrierte die Machbarkeit nachhaltiger Transporte in Afrika.

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